100 Jahre Historischer Verein Homburg (1918 - 2018)

Im Jahre 2018 konnten wir im Rahmen einer kleinen Feier auf
eine 100-jährige Vereinstradition zurückblicken:
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Die „Gründerzeit“
Am 17.03.1918 wurde der Verein unter dem Namen „Historischer Verein für den Amtsbezirk Homburg“ gegründet. Die Gründungsurkunde ist verloren, aber ein Artikel in der Homburger Zeitung vom 19. März 1918 beschreibt die Gründung ausführlich.
„Vereinsschöpfer“ war Dr. Karl Bitterauf, königlicher Rektor des Progymnasiums (später Reform-Real-Gymnasium, heute Saarpfalz-Gymnasium).
-Zeitungs-Zitat-
„Der am Sonntag ins Leben getretene „Historische Verein für den Amtsbezirk Homburg“ begegnet so lebhaftem Interesse in Stadt, wie Land, daß es wohl angebracht ist, die Ansprache des hauptsächlichen Vereinsschöpfers in der Gründungsversammlung noch nachtragsweise im Wortlaut zu bringen, da sie wohlgeeignet erscheint, Wesen und Zweck des so nötigen und nützlichen Vereins noch einmal in breitester Öffentlichkeit vor Augen zu stellen und damit werbend für den Verein zu wirken. Herr k. Rektor Dr. Bitterauf sagte am 17. März 1918, dem Vereinsgründungstage:
Wer nicht von 3000 Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben,
bleib´ im Dunkel unerfahren, mag von Tag zu Tage leben.
Mit diesen Versen hebt Goethe die Notwendigkeit geschichtlichen Wissens und geschichtlicher Erkenntnis für jeden Gebildeten hervor. Dem Dichterwort möchte ich ergänzend einen Satz an die Seite stellen, den Kurfürst Maximilian 3. Josef im Jahre 1759 bei der Gründung der Akademie der Wissenschaften in München prägte „Ohne Vaterlandsgeschicht‘ keine Vaterlandsliebe“
-Ende des Zitats-
Durch Schenkungen erhielt der Verein schon nach der Gründung zahlreiche lokalhistorisch relevante Gegenstände und Bücher. Diese fanden Eingang in das frühere Stadtmuseum bzw. die Vereinsbücherei und befinden sich heute in Verwahrung der Stadt Homburg.
Zwischen den Kriegen
Ein Hauptanliegen des Vereins, nämlich die Realisierung eines Heimatmuseums, konnte Zug um Zug umgesetzt werden. Die Vereinsmitglieder konzentrierten sich anfangs auf das Sammeln historischer Gegenstände. Zunächst wurden drei Räume des alten Stadthauses (Rathaus I am Marktplatz) mit Objekten bestückt und am Homburger Heimatfest, dem 22.Mai 1932, der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bald waren die Räumlichkeiten zu klein und Verein und Stadt suchten nach einer besseren Lösung.
Schließlich fand das Heimatmuseum am 13. Sept. 1936 im „Biltz’schen Schlößchen“, einem stilvollen Pavillon in der Untergasse, eine repräsentative Behausung. Das 30-seitige Inventarverzeichnis nennt u. a. folgende Abteilungen: Bilder, Gegenstände, Bücher, Urkunden u.v.a.m..
Vor den Kriegswirren des 2. Weltkrieges wurden die Exponate im März 1943 ausgelagert und im Gasthaus Panter in Sanddorf deponiert. Der Biltz’sche Pavillon wurde zerstört.
1945 bis heute
Durch Kontrollratsbeschluss von 1945 wurden alle Organisationen in Deutschland aufgelöst, so auch der Histor. Verein. Die Wiedergründung erfolgte am 04.07.1957 unter dem Namen „Historischer Verein für Homburg (Saar) und Umgebung e.V.“ Auch hierzu gibt es einen ausführlichen Pressebericht im Pfälzischen Merkur vom 6.7.1957.
Treibende Kraft dieser Neugründung war neben Wilhelm Weber der Studiendirektor Edgar Blatter vom Saarpfalz-Gymnasium. Auch der Nachbarverein aus Zweibrücken stand Pate.
Von 1957 bis 1988 war Edgar Blatter die prägende Persönlichkeit nicht nur für den Historischen Verein Homburg.
Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Westrich-Tagung“ im Jahre 1962 in Zweibrücken wurde ein grenzüberschreitendes Organ der Geschichtsforschung und Völkerverständigung geschaffen. Eine der tragenden Akteure auf französischer Seite war u.a. Henri Nominé aus Saargrmünd; auf deutscher Seite die Vereine aus Saarbrücken, Zweibrücken und Homburg
Aber was wurde eigentlich aus den aus den so eifrig gesammelten Objekten für ein Museum?
Um 1954 stellte die Karlsbergbrauerei der Stadt Homburg ihr Gebäude am Rondell zur Verfügung. Hier waren neben dem Verkehrsverein und dem Gewerbeverein später auch die 2. Ausgabe des Stadtmuseums untergebracht.
Die städtischen Einrichtungen wurden mit der Zeit verlagert, das Museum 1983 (damals unter Leitung von Wolfgang Müller) zum 2.mal in Kisten verpackt und die Exponate seither von der Stadt Homburg verwahrt.
Trotz mehrerer Anläufe konnte bis heute kein geeignetes Gebäude für die „Wiederweckung“ das Museums gefunden werden.
Teile der Bücherbestände sind im Verein verblieben und bilden den Grundstock der heutigen Vereinsbücherei.
1991 konnten eigene Räume im städt. Gebäude Gerberstr. (früher Bauamt/Stadtgarage, dann Musikschule) angemietet werden. Durch die „Stilllegung“ des Gebäudes wurde ein weiterer Umzug notwendig, der im Sommer 2018 abgeschlossen werden konnte. Die neue Bibliothek ist im ehem. Rathaus II Kaiserstr. 41, im Hause des Stadtarchivs, untergebracht.
Forschungsgebiete einiger Mitglieder
- Geologie und Steinzeit
- Franziskanerkloster
- Frühe Kelten
- Homburger Höhlen
- Römerzeit bis ca. 500 nach Chr.
- Bevölkerungsentwicklung
- Frühes Mittelalter
- Jagdschloß Jägerburg, Eichelscheid
- Merburg u. Kirrberg
- Schloß Gutenbrunnen u. Edelhaus
- Kloster Wörschweiler
- Entwicklung der Vorstadt
- Hohenburg u. Festung
- Schloss Karlsberg, Karlslust
- Hattweiler und Gustavsburg:
- Altstadt u. Limbach